Sandra Minnert
Foto: RAUCHENSTEINER
Sandra Minnert: Portugal war eigentlich der Favorit, aber man hat schon bei den letzten Spielen gesehen, dass die Griechen guten Fußball gezeigt haben. Portugal hat zwar viel Druck gemacht, aber Griechenland hat das entscheidende Tor gemacht.
Zeit.de: War der Druck auf die portugiesische Mannschaft vielleicht zu groß?
Minnert: Wenn man im eigenen Land spielt, ist der Druck natürlich enorm. Griechenland konnte dagegen frei aufspielen und hat durch eine Standardsituation das entscheidende Tor gemacht.
Zeit.de: Was hat bei den Portugiesen gefehlt?
Minnert: Sie haben zwar Druck gemacht, aber nicht die klaren Torchancen rausgespielt. Die Griechen schon.
Zeit.de: Otto Rehhagels Mannschaft hat Fußballgeschichte geschrieben. War das Glück oder Können?
Minnert: Man hat während der ganzen EM gesehen, dass das eine Mannschaft war, dass sie zusammengehalten haben und das gespielt haben, was sie konnten. Das hat sie im Endeffekt ausgezeichnet und deswegen sind sie auch verdient Europameister geworden.
Zeit.de: Die EM 2004 ist zu Ende – Ihr Rückblick?
Minnert: Ich habe sehr viele Spiele gesehen und viele waren sehr beeindruckend. Die ganze EM ist sehr gut gelaufen. Es ist traurig, dass viele Favoriten früh ausgeschieden sind. Vor allem, dass Deutschland nicht so weit gekommen ist. Aber ich denke, das Finale heute war ein ganz gutes Spiel und die Griechen haben verdient gewonnen.
Zeit.de: Welche Mannschaft war Ihr Favorit am Anfang der EM?
Minnert: Eigentlich habe ich gedacht, dass die Franzosen ins Endspiel kommen - vielleicht sogar gegen Portugal - aber leider haben die das nicht geschafft. Die Griechen haben gezeigt, dass man durch eine reine Mannschaftsleistung sehr viel bewirken kann und somit haben sie verdient den Titel gewonnen.
Zeit.de: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Minnert.
Das Gespräch führte Clara Ott für Zeit.de